Kurzfassung:

In den nachfolgenden Zeilen, möchte ich einen ersten Schritt zeigen, auf dem Weg zur eigenen Strategie. Das wichtigste in diesem Zusammenhang ist die Informationsbeschaffung. Besonders intensiv sollte man sich mit seinen eigenen Stärken, aber noch wichtiger, mit den eigenen Schwächen auseinander setzen. Hierfür gibt es viele Informationsquellen die man recht einfach nutzen kann. Auch die Informationen bezüglich äußerer Einflüsse sind relativ leicht zu finden. Im folgenden Artikel zeige ich, wie die Informationen für eine Basisanalyse genutzt werden können.


Der Weg zur eigenen Strategie – Schritt 1: SWOT Analyse

Der Weg zu einer eigenen Strategie ist hart und beschwerlich. Das ist richtig und falsch. Für jemanden der eine Pauschallösung für dieses Problem sucht, für den wird dies ein harter und beschwerlicher Weg. Für alle anderen sind es ein paar einfache Schritte, die man durcharbeiten muss, um am Ende eine Strategie zu haben, mit der man sich klar im Markt positionieren kann. Doch der Schlüssel zu alledem ist: Information.

Der erste Schritt auf dem Weg zur eigenen Marketingstrategie ist die Selbstanalyse. Hier sollen Fragen beantwortet werden wie: Wer bin ich? Was macht mich besonders? Wo liegen meine Stärken? Wo liegen meine Schwächen? Als hilfreiches Analysetool hilft dabei die sogenannte SWOT Analyse.

SWOT steht in diesem Zusammenhang für: Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses), Chancen (Opportunities) und Bedrohungen (Threats). Um dieses Analysetool richtig einsetzen zu können bedarf es erst mal der Informationssuche. Sie müssen sich selbst fragen wo Ihre Stärken liegen und wo Ihrer Schwächen liegen.

Stärken und Schwächen Ihrer Apotheke

Naturgemäß ist es für einen selbst viel einfacher die Stärken zu finden als die Schwächen, denn wer will schon wirklich gerne Selbstkritik üben. Doch genau das ist einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigste Punkt. Sie dürfen Ihre Apotheke nicht als Inhaber, oder Unternehmer betrachten, sondern als Kunde. Wo sehen die Kunden Ihre Stärken, wo Ihre Schwächen. Idealerweise fragen Sie dies Ihre Kunden. Dies können Sie und Ihre Angestellten jeden Tag in der Apotheke Vis a Vis machen, oder Sie nutzen einen anonymen Fragebogen. Beides hat vor und Nachteile.

Informationsquelle Kundengespräche

Das tagtägliche Gespräche mit Ihren Kunden ist wohl die wichtigste Informationsquelle. Hören Sie aufmerksam zu, denn zwischen den Zeilen verbergen sich häufig wichtige Informationen. Wenn eine Kundin Ihnen erzählt, dass Ihr die persönliche Betreuung beim Arzt fehlt, können Sie das als Ihre Stärke betrachten. Denn wenn Sie keine persönliche Betreuung bieten würden, würde die gute Frau Ihnen das gar nicht erzählen.

Schwieriger wird es allerdings mit Ihren Schwächen. Im persönlichen Gespräch wird kaum ein Kunde offen sagen, was ihn stört. Besonders wenn man ihn darauf anspricht wird meist eher eine gute Bewertung geäußert. Dies können Sie umgehen, indem Sie einen anonymen Fragebogen nutzen. Dieser muss so gestaltet sein, dass es maximal 5 Minuten dauert ihn auszufüllen. Er sollte leicht verständlich und selbsterklärend sein. Der Kunde muss ihn unbetreut ausfüllen können und in eine dafür vorgesehen, verschlossene Box einwerfen können. Es ist wichtig, dass der Kunde das Gefühl hat, dass die Informationen, die er preisgibt nicht auf ihn zurückzuführen sind. Erst dann erhält man ehrliche und aufschlussreiche negative Antworten.

Erst wenn Sie wissen, was Sie falsch machen, können Sie sich selbst verbessern. Deswegen ist es so wichtig negatives Feedback zu erhalten.

Internes Vorschlagswesen

Eine andere sehr wichtige Informationsquelle ist Ihr eigenes Personal. Ungereimtheiten im betrieblichen Ablauf merken Ihre Mitarbeiter am frühesten. Doch kaum einer hat den Mut zum Chef zu gehen und darauf aufmerksam zu machen. Schaffen Sie ein Mitarbeiterforum in dem sich die Mitarbeiter auch kritisch äußern dürfen. Stellen Sie sicher, dass Ihrem Personal keine Konsequenzen aus dem im Forum gesagten drohen. Doch machen Sie klar, dass dieses Forum auf rein geschäftliche Informationen beruht, und nicht von persönlichen Unstimmigkeiten geführt sein darf.

Fördern Sie das interne Vorschlagswesen. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern jede Möglichkeit Verbesserungen vorschlagen zu können. Stellen Sie beispielsweise eine “Vorschlagsbox” auf, eine Art “Kummerkasten”, nur dass hier Verbesserungsvorschläge sowohl anonym als auch unterschrieben eingeworfen werden können. Belohnen Sie den Mitarbeiter, der eine Verbesserung vorschlägt, die wirklich umgesetzt wird.

Geben Sie sich selbst Zeit diese Informationen zu sammeln. Um ein klares Bild Ihrer Apotheke zu erhalten reichen 2 Tage nicht aus. Planen Sie diese Informationsbeschaffung längerfristig und vor allem auch regelmäßig. So können Sie später kontrollieren, ob Ihre Aktionen bzw. Strategien zur gewünschten Positionierung führen. Machen Sie diese Analyse nicht allein. Auch wenn man es selbst nicht merkt, doch eine gewisse Betriebsblindheit wohnt wohl jedem inne. Am besten holen Sie sich Rat von einem Betriebsexternen.

Haben Sie diese Informationen gesammelt, müssen sie ausgewertet werden. Versuchen Sie erste die Informationen zu strukturieren. Schauen Sie, was Sie Ihren Stärken und was Ihren Schwächen zuordnen können, und was allgemeine Informationen sind. Idealerweise erhalten Sie so ein genaues Bild, wie Ihre Kunden Ihre Apotheke sehen und wie Ihre Mitarbeiter Sie sehen.

Externe Analyse und Einflüsse

Mit der Interpretation Ihrer Stärken und Schwächen haben Sie die interne Analyse abgeschlossen. Nach der internen, kommt die externe Analyse, in der technologischen, sozialen, politischen und ökologischen Veränderungen in der Umwelt Ihres Unternehmens analysiert werden. Aus diesen Einflüssen entstehen die Chancen und Bedrohungen, die auf Ihre Apotheke wirken. Aktueller Fall eines externen Einflusses ist die Verhandlung über das Fremd- und Mehrbesitzverbot vor dem Europäischen Gerichtshof. Auch die neuen Rabattverordnungen der Krankenkassen ändern Ihre Umwelt tiefgreifend. Aus diesem Änderungen resultieren die Chancen und Gefahren. Versuchen Sie strategische relevante Chancen und Gefahren zu finden und schriftlich festzuhalten.

Die SWOT-Matrix

Nachdem Sie sich klar gemacht haben, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen, und welche Chancen und Bedrohungen Sie erwarten, können Sie eine Matrix aufbauen, wie die folgende:

SWOT-Analyse Matrix

Matrix zur Selbstanalyse

Folgende Kombinationen müssen überdacht werden:

Stärken/Chancen: Mit welchen Stärken kann ich welche Chancen unterstützen? Welche Stärken erhöhen die Chancenrealisierung?

Stärken/Bedrohung: Welchen Stärken müssen wir nutzen und Bedrohungen zu begegnen? Wie können vorhandene Stärken genutzt werden um den Eintritt bestimmter Gefahren zu verhindern?

Schwächen/Chancen: Wo können aus vermeintlichen Schwächen Chancen entstehen? Wie können Schwächen zu Stärken entwickelt werden?

Schwächen/Gefahren: Welche Schwächen müssen verbessert werden um drohende Gefahren umgehen zu können?

Mit dieser Matrix und den daraus resultierenden Kombinationen besitzen Sie nun einen Grundlagenplan in welche Richtung Sie Ihre Strategie entwickeln müssen. In Verbindung mit tiefergreifenden Analysen können Sie eine Karte zeichnen, in der Sie Ihre Position manifestieren können.

Hier geht es weiter zu Schritt 2: Der Konkurrenzanalyse

Wie Sie die einzelnen Anaylsetools in Ihrer Apotheke einsetzen können, bespreche ich gerne mit Ihnen in einem unverbindlichen persönlichen Gespräch. Kontaktieren Sie mich um einen Termin abzusprechen. Oder hinterlassen Sie einfach einen Kommentar, ob Ihnen dieser Artikel geholfen hat.

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    Author: Stefan Nievelstein (36 Articles)

    Marketing als Berufung. Angefangen hat Stefan Nievelstein in der Werbebranche als Designer. Um seine Stärke in der Konzeption ausspielen zu können, wechselte er ins Marketing eines japanischen Konzerns. Nach einigen Jahren als Marketingprofessional bietet er nun sein Wissen besonders den Branchen Apotheken und Gastronomie.

    3 Kommentare zu Der Weg zur eigenen Strategie – Schritt 1: SWOT Analyse

    [...] Sie Ihr eigenes Unternehmen im ersten Schritt, der SWOT Analyse, durchleuchtet haben und Ihre Stärken und Schwächen offenbart haben, möchten wir nun den [...]

    [...] Schritt 1: Selbstanalyse Schritt 2: Konkurrenzanalyse Schritt 3: Zielgruppenanalyse [...]

    [...] Wie ich bereits in einem anderen Artikel geschrieben habe, kann dies zum Beispiel durch eine SWOT Analyse geschehen. Aber auch die Befragung der eigenen Belegschaft und die Wahrnehmung Ihrer Bezugsgruppen [...]

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